Der Schubladenzieher



Vorwort


"Der Schubladenzieher" ist der Satireblog des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. Inhaltlich nimmt er unter anderem Stellung zu Artikeln und Nachrichten des Internets, in denen die Pharmazie behandelt wird. Der Apotheker wird in diesen Artikeln scheinbar als geldgieriger und patientenmissachtender Krämer dargestellt, wobei der Heilberufler, der seinen Patienten helfen möchte, unterschlagen wird. Häufig werden diese Artikel jedoch lediglich falsch interpretiert. Um den Lesern dabei zu helfen diese Nachrichten richtig aufzufassen, verfasst "Der Schubladenzieher" Hilfestellungen und rückt Meldungen des Internets in das richtige Licht. Zudem werden in diesem Blog aktuelle Meldungen in Bezug auf den Apothekerberuf verbreitet, die niemals in irgendeiner Art Klischees oder Vorurteile aufgreifen würden.

Wir nehmen auch Vorschläge für Artikel an, die uns hilfsbereit zur Seite stehen wollen, aber gerne falsch aufgefasst werden. Schreibt einfach an internet@bphd.de.



Newsticker



++Apotheker möchte erstmals Beratung in Form von Multiple Choice fragen durchführen++

++Studenten verlangen Einführung von 30h- Tagen während Praktika, um "wenigstens noch 1-2 Stunden schlafen zu können"++

++GKV drohen mit Nullretax, wenn Apotheker bei der Beratung ihren Kittel falsch geknöpft haben++

++Regierungspartei möchte den Verbund der Uni Berlin mit München, Arbeitswege von 10-12h seien in der heutigen mobilen Zeit zumutbar++



Neueste Meldungen



Wer vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht


Über Quantenphänomene in der Pharmazie

Thema der Podiumsdiskussion auf der 118. Bundesverbandstagung des BPhD in Tübingen war „Das Pharmaziestudium – eine Baustelle ohne Bauplan“. Es wurde u.a. die Frage diskutiert, ob denn das Pharmaziestudium wissenschaftlich sei und Apotheker als Problemlöser oder als Erfüller tätig wären. Nun, werfen wir doch einmal einen Blick in den Studienalltag.

Studenten jeden Semesters stehen sich wochenlang im Labor die Beine in den Bauch, um theoretische Grundlagen, aus Überlieferungen vergangener Epochen der Chemie, in Praxis zu erleben. Mit Methoden ähnlich der Experimentellen Archäologie sollen Studenten nachempfinden, wie sich einst Vorreiter der modernen Analytik wie Jean Servais Stas, Friedrich Julius Otto, Jakob Meisenheimer und Petrov Iodkammersky frustriert die Haare gerauft haben mussten (man beachte die häufig fehlende Kopfbehaarung dieser historischen Persönlichkeiten).

Labor, Chemikalien, Analysen - das hört sich doch recht wissenschaftlich an. Nur leider empfinden Studenten die Analysenmethoden sowie die festgelegten Ergebnisse, die zu erfüllen sind, oft als willkürlich und beliebig - von Problemlösung keine Spur. Nicht umsonst kursiert für das Praktikum unter dem Schwerpunkt Anorganische Chemie der Spitzname „Ionen-Lotto“. Ein frustrierter Student aus dem 8. Semester der Uni Würzburg beschreibt es folgendermaßen: „Es ist, als würde man sich an ein Kuchenrezept halten. Eigentlich ganz einfach und irgendwie verlässt man sich auch darauf, weil es bei den früheren Semestern auch geklappt hat. Nur am Ende kommt bei mir trotzdem immer eine Suppe heraus.“

Praktikumsleiter schüren den Frust mit dem Verweis darauf, dass bereits Generationen von Pharmazie-Studenten die Aufgaben erfolgreich gelöst hätten und somit de facto der Beweis für das Funktionieren der theoretischen Analysemodelle erbracht sei. Wenn ein Nachweis nicht funktioniere, liege das in der Regel immer an der Arbeitsweise der Studenten. Doch der eigentliche Gedanke dahinter ist offenkundig. Abneigung gegenüber überflüssiger und frustrierender Handarbeit ist im Pharmaziestudium das probate Mittel, um in Studenten ein Interesse für die Errungenschaften der modernen Wissenschaft zu wecken. Ihnen soll eingeimpft werden, in welch toller Zeit wir leben und welche Möglichkeiten diese bietet. Alle Pharmaziestudenten kennen dieses unsägliche Gefühl, eigentlich alles richtig gemacht zu haben und dennoch an einer theoretisch simplen Aufgabe gescheitert zu sein; und das aus scheinbar unerfindlichen Gründen. Aber Gott sei Dank, klappt das im HPLC immer so gut! Ein Zustrom aus engagierten Nachwuchswissenschaftlern sei somit garantiert, so rechnen es sich die Verantwortlichen aus. Aber was für Nachwuchswissenschaftler werden hier herangezogen?

Quantenphysiker des Max-Planck-Instituts sind nun auf die Situation aufmerksam geworden. Sie meinen eine Erklärung für die Problematik der Studenten zu haben. Bereits jetzt spricht man in Fachkreisen vom pharmazeutischen Quantenphänomen (PQP). In einer ersten Reihe von Versuchen bestätigten sich die Beobachtungen unzähliger Studenten, die scheinbar zu Unrecht B-, C- und D-Analysen kassiert haben. Denn wie sich nun offiziell bestätigt bzw. lange ignoriert wurde, erfüllten manche methodisch identischen Experimente das Postulat des Positivnachweises (Molekül X ergibt mit Analysemethode Y einen farbigen Niederschlag Z) erst nach mehrfacher Wiederholung. Zwar schwankte die Zahl der Wiederholungen je nach Element und Molekül, aber die Wissenschaftler sind sich sicher, dass jenes uneinheitliche Verhalten der Materie den klassischen Gesetzen der Physik widerspricht. So heißt es in einer Veröffentlichung:

Ein Beispiel: Wenn ein Nachweis auf Mangan der Lehrmeinung zufolge in einer Oxidationsschmelze durch Grünfärbung positiv ausfallen soll und dies in einer Positivprobe bei gleichbleibenden Bedingungen erst beim dritten oder vierten Versuch gelingt, dann kann man daraus nur zwei hypothetische Schlüsse ziehen:

1. Der zugrundeliegende Reaktionsmechanismus ist nicht korrekt.

Dagegen spricht jedoch, dass das Ergebnis durchaus irgendwann gemäß den Erwartungen positiv ausfällt und -mehr oder weniger- reproduzierbar ist, auch wenn dabei etwas Geduld gefragt ist. Außerdem scheinen andere Reaktionen viel zuverlässiger zu laufen, wie bspw. die Niederschlagsreaktionen mit Silber-Ionen und Halogeniden.

2. Es handelt sich um ein noch unbekanntes Quantenphänomen.

Demnach verhält sich Materie trotz definierter physikalisch-chemischer Eigenschaften auf quantenphysikalischer Ebene nicht immer identisch. Dass manche Elemente oder Moleküle auf sogenannten ‚Inseln der Stabilität‘ liegen und sich dieses Phänomen auf ihre spezifische Elektronenkonfiguration begründet, ist längst bekannt. So ist zwar die Bedingung für das Auftreten in Ansätzen geklärt, eine Erklärung warum und welche Konfigurationen bei Elementen bzw. Konstitutionen bei Molekülen besonders anfällig für das inkonsistente Reaktionsverhalten sind, ist derzeit aber noch unklar.

In Anbetracht der Tatsache, dass jene Praktika von Doktoranden, sprich aktiven Jungwissenschaftlern, betreut werden und niemand jemals bisher ein Muster in den Scharen reklamierender Studenten erkannt hat, spricht nicht für die Güte der wissenschaftliche Ausbildung des Pharmaziestudiums. Man hat im wahrsten Sinne des Wortes vor lauter Bäumen den Wald nicht gesehen. Aber warum? Eine Spurensuche: Der kritische und suchende Blick eines Wissenschaftlers ist dem krampfhaften Bemühen gewichen, irgendeinen Soll erfüllen zu müssen. Dabei ist es so weit gekommen, dass über hundert Jahre alte Theorien unkritisch und wie in Stein gemeißelt hingenommen werden. Am Ende des Studiums ist der Pharmazeut vom wissenschaftlichen Denken entwöhnt und wiederholt Dinge solange, bis sich die vorangegangene Erwartung erfüllt.

Dieses pseudowissenschaftliche Verhalten kennt man sonst von der Esoterik, in der ein „Experiment“ nicht der Falsifizierung einer Hypothese dient. Stattdessen wird deren Richtigkeit schon im Vorfeld als unumstößlich angesehen. Klappt es denn mal nicht wie erwartet, werden solange Erklärungen vorgeschoben (sei es die Mondphase, die Konstellation der Sterne oder das Kharma), bis schließlich doch das gewünschte Ergebnis als „Beweis“ eintritt. Nur haben Pharmazeuten hier den „Nachteil“ sich nicht mit der Wünschelrute unbewusst selbst betrügen zu können. Denn chemische Reaktionen sind in ihrer Erscheinung rein objektiv zu betrachten. Fallen diese nicht wie erwartet aus, hat das eine Ursache. Mancher würde aber dazu sagen: „Das ist Chemie und die funktioniert eben nicht immer.“ Dank der Quantenphysik wurde hier eine systembedingte Meisterleistung der Ignoranz entlarvt. Stellt sich die Frage – was brauchen wir? Fachpersonal, das ohne Einwände das erfüllt, was man von ihm verlangt oder sowohl wissenschaftlich wie auch kritisch agierende Apotheker, die sich nicht aufgrund genannter Praxis-Erfahrungen in Floskeln flüchten, sondern der (Ur-)Sache auf den Grund gehen?

Christian Lutsch, Pressekoordinator des BPhD

Spezielle Kompetenzen zahlen sich immer aus!
Stefanie Bus

Lebensmittelbetreuung in der Apotheke


In einer Apotheke muss man oft mit Geld bezahlen. Nun würden viele Leser diesen Sachverhalt wahrscheinlich für trivial halten. Dabei beinhaltet er einen bedeutenden Unterschied zu den Dienstleistungen des restlichen Gesundheitssystems, wo das Geld normalerweise hinter den Kulissen weitergereicht wird. Da der Patient in einer Apotheke aber aus eigener Hand das Geld gegen eine Dienstleistung und ein Produkt eintauscht, lässt dieser Sachverhalt leicht Fehlschlüsse zu, da nur das Produkt direkt wahrgenommen wird. Aus diesem Grund kann man in Artikeln lesen, wie Apotheker mit Kassierern verglichen und die Beratung erst gar nicht wahrgenommen wird. Kurzum: Manche Autoren scheint der Unterschied zwischen Apotheke und Supermarkt nicht zu kennen. Aber wie würde es aussehen, wenn die Apotheke wirklich die Bevölkerung mit Lebensmitteln versorgen würde? Machen wir doch einfach ein Gedankenspiel!

Nehmen wir doch Frau Ehlers. Frau Ehlers macht gerade ihren Wocheneinkauf und geht dafür in die Apotheke. Nachdem der Apotheker Zeit für sie hat, gibt sie ihm ihren Einkaufszettel, worauf er nach hinten huscht und fleißig alles zusammen sucht. Dabei taucht eine Notiz auf, die Fragen aufwirft.

Apotheker: "Frau Ehlers, ich habe gesehen, dass Sie Weißwein benötigen. Für was genau brauchen Sie den?"
Frau Ehlers: "Oh, den Wein brauche ich für ein Risotto."
Apotheker: "Achso, na dann empfehle ich einen trockenen Weißwein, der ist für ein Risotto bestens geeignet. Werden auch Kinder davon essen?"
Frau Ehlers: "Ja meine kleine Tochter. Sie ist 13 Jahre alt."
Apotheker: "Gut dann nehme ich einen mit wenig Alkohol. Geben Sie den Wein aber bitte zu Beginn hinzu, damit der restliche Alkohol entweichen kann."

"Praktisch!" Denkt sich Frau Ehlers. Der Apotheker ist für jedes Gericht bestens vorbereitet und kann ihr für ihren Einkauf gezielte Empfehlungen abgeben. Wesentlich unentspannter sieht es allerdings bei Herrn Wichtl aus. Herr Wichtl liebt Haselnuss-Schokocreme zum Frühstück.

Lebensmittelbetreuung in der Apotheke
Quelle: Wikimedia Commons

Herr Wichtl: "Das ist aber nicht das, was ich wollte!"
Apotheker: "Ja das stimmt. Leider übernimmt Ihre Haushaltskasse nicht das teure Markenprodukt. Ich kann Ihnen nur diese Alternative mitgeben"
Herr Wichtl: "Aber ich habe doch schon immer das Original gehabt. Und das hier sieht ganz anders aus."
Apotheker: "Das stimmt, aber Ihre Haushaltskasse hat leider einen neuen Vertrag mit der Firma des Alternativprodukts ausgehandelt. Da dieses Produkt für Ihre Kasse billiger ist, darf ich Ihnen nur dieses hier mitgeben. Dazu kommt, dass die Pfirsiche um diese Jahreszeit zuzahlungspflichtig sind."
Herr Wichtl: "Frechheit!"

Ökonomie macht leider auch nicht vor Lebensmitteln halt. Dabei gehört es zu den diplomatischen Aufgaben eines Apothekers zwischen den beiden Parteien zu vermitteln. Ein anderes Problem hat Frau Jander-B.

Apotheker: "Frau Jander, ich sehe, dass hier einige Dinge nicht recht zusammenpassen. Sie können leider keine Forelle im Salzbrotteig mit Polenta kombinieren."
Frau Jander: "Oh wirklich? Mein Chef hat sich das so gewünscht. Dabei hat er auf die Polenta bestanden*."
Apotheker: "Dann empfehle ich Ihnen, einen Barsch mediterran zuzubereiten. Nehmen Sie Oliven, Knoblauch, Fenchelsamen und Thymian. Bereiten Sie die Polenta mit Rosmarin zu, das ergänzt sich sehr gut."

Auch sind Anwendungen nicht immer eindeutig. Es gibt Lebensmittel, die bedürfen einer Erklärung. Wo es bei Herrn Jaehde noch ein kleineres Problem war (er hatte sich gewundert, warum seine Tiefkühlpizza merkwürdig schmeckt, dabei hatte er einfach nur vergessen, die Folie vor dem Backen zu entfernen), ist es bei Frau Steinhilber etwas anspruchsvoller.

Frau Steinhilber: "Guten Tag, können Sie mir helfen? Ich soll eine Granatapfel- Vinaigrette zubereiten, aber ich komme mit diesen merkwürdigen Granatäpfeln einfach nicht zurecht!"
Apotheker: "Ja, Granatäpfel sind eine schwierige Angelegenheit. Dabei gibt es einen ganz einfachen Trick das Fruchtfleisch und die Kerne vom Rest zu trennen: Halbieren Sie den Granatapfel und stülpen Sie ihn um, so dass das Innere nach außen zeigt. Dadurch geht es viel einfacher! Achten Sie bitte auch darauf die Kerne kurz anzustoßen, da sonst der Saft nicht freigesetzt wird"
Frau Steinhilber: "Oh, vielen Dank!"

Sie sehen, würde man das Fachwissen eines Apothekers über Arzneimittel auf Lebensmittel übertragen, sähe der Einkauf wesentlich anders aus. Unsinnige Lebensmittelkombinationen könnten vermieden werden und auch die Anwendung würde wesentlich sicherer verlaufen. Man bedenke nur die vielen Fleischgerichte, die mit dem falschen Wein serviert werden oder die vielen Vinaigretten, bei denen das Verhältnis von Öl und Essig vertauscht wurde (Öl und Essig 3:1!!). Aber auch eine ganze Artischocke oder eine Vanilleschote können bei der Zubereitung schon mal für Verwirrung sorgen. Denken Sie doch beim nächsten Einkauf an diesen Artikel.

*Frau Jander ist bei Ihrem Chef nicht sehr beliebt. Niemand wünscht sich Polenta von einem Menschen, den er mag. Polenta ist keine Beilage, die man gerne zubereitet, Polenta ist ein Kampf um etwas Geschmack und ausreichende Würze!

Sascha Manier

Vom Blitz getroffen - Zeus von Apothekern verführt



Olymp (uaw) - Im Fall Griechenland gegen das virulente Apothekermonopol gibt es neue, brisante Beweise. Nachdem in den letzten Jahren die offensichtliche Vermutung, dass das Apothekermonopol Schuld an der Krise Griechenlands sei, immer mehr bestätigt wurde, gibt es nun belastende Indizien dafür, dass dies keine Einzeltat gewesen sei.
Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft angenommen, dass es sich um eine spontane Tat handelt. Aus reiner Willkür und Langeweile hätten sich die Monopolisten von der Erforschung neuer Impf- und Arzneistoffe losgesagt, um einen kompletten Staat in den Bankrott zu treiben. Doch ganz im Gegenteil dazu soll es sich um eine von langer Hand geplante, mutwillig böse Tat handeln.
Nachdem bei Ausgrabungen am Olymp einige Packungen von Medikamenten gefunden wurden, die eindeutig unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, nehmen die obersten Ermittler an, dass Zeus der Göttervater stark oxicodon- und tilidinabhängig war. War das der Grund für den Fall der Götter vom Olymp und wie konnte es dazu kommen, fragt sich nun nicht nur die Bevölkerung.

Da nur die lokalen Apotheker die besagten Mittel vorrätig hatten, stehen sie natürlich unter Verdacht, den Herrn der Blitze mit eben diesen versorgt zu haben.
Jetzt da Griechenland am Rande des finanziellen Abgrunds steht, wird auch klar, was das Motiv dahinter war. Der Sturz der Götter, die Unterwanderung des mythologischen Systems war nur der Beginn, die Halbinsel an der Ägäis nach und nach zu determinieren. Nicht ohne Grund konnten erst nach dem Abdanken der Allmächtigen die Urapotheker wie Paracelsus ihre Doktrin immer weiter im Land verbreiten. Viele pharmazeutische Fachbegriffe, wie das Wort an sich, sind Ursprung der griechischen Sprache - ein erdrückender Beweis, auch laut der Staatsanwaltschaft.

Der Chef der "Detektive göttlicher Belange" (DGB) hat heute Morgen auf einer Pressekonferenz in Berlin deutlich gemacht, dass er den zuständigen Behörden mit seiner fachkompetenten Meinung zur Seite stehen will diesen hochbrisanten Fall aufzuklären. Somit könnten auch andere Fälle, wie das Ozonloch, der Mord an J.F. Kennedy und der Untergang von Atlantis auf das Konto des dubiosen Apothekermonopols gehen.



Apotheker Schuld am Untergang von Atlantis?!
Text: Maximilian Buch, Bild, Stephan Tang

Rezeptfreie Notfallkontrazeptiva?!



Rezeptfreie Notfallkontrazeptiva?!
Stefanie Bus

Aufgedeckt: “Apotheker” gibt es gar nicht


Jüngst befasste sich die Sendung “hart aber fair” mit dem Thema “Russisch Roulette auf Rezept – wie gefährlich ist die Medikamente-Flut?”. Von vielen Seiten wurde große Kritik laut: Kein einziger Apotheker wurde zu der Talkrunde eingeladen.
Der Schubladenzieher fragte daraufhin beim öffentlich-rechtlichen Sender nach. Der Kommentar des Senders hierzu: “Wir haben diverse Apotheken angefragt, doch wir konnten beim besten Willen keinen Apotheker auftreiben! Das können wir uns auch nicht erklären, obwohl wir uns so viel Mühe gegeben haben!” Zum gleichen Ergebnis kam eine Anfrage unsererseits an eine namenhafte Gesetzliche Krankenkasse, die eine Aufklärungskampagne zum Thema Risiken bei Benzodiazepineinnahme starten möchte – wieder ohne Apotheker.

Wir riefen kurzerhand Menschen, die sich für Apotheker halten, dazu auf sich bei uns zu melden. Darunter befanden sich nach eigenen Angaben auch Ärzte aus Baden-Württemberg. Viele der selbsternannten Apotheker gaben im Telefoninterview an, eigentlich nur Einzelhandelskaufmann oder –frau zu sein, aber Apotheken würfen nun einmal so viel Geld ab. Mit Beratung und Arzneimitteln hätten sie eigentlich nichts am Hut. Die restlichen Anrufer waren lediglich daran interessiert zu erfahren “...was denn überhaupt ein Apotheker ist. Muss man das studieren?”

Der Schubladenzieher deckt somit offenbar eine Verschwörung geldgieriger und geltungsbedürftiger Scharlatane auf, die sich auf Kosten der Gesellschaft eine “Kompetenz zum Thema Arzneimittel” zuschreiben. Ein Kommentar der Kammern steht noch aus.

Franziska Möllers

Mein Beruf? Suchmaschine!


Haben sie sich schon mal gefragt, warum man in Deutschland und ähnlichen Industrieländern eigentlich noch eine Ausbildung braucht? Eigentlich alles was wir machen, wird doch momentan von Computern übernommen. Überhaupt steht unser gesamtes Wissen doch mittlerweile im Internet. Wie weit diese Suchmaschinenkultur schon geht, das zeigt der Autor dieses Artikels der Wirtschaftswoche. Denn der geht in die Apotheke und erwartet von einem Apotheker eine Suchmaschine zu sein. Nachdem er sich das Nahrungsergänzungsmittel seiner Arbeitskollegin nicht aufgeschrieben hat (so mit Stift... und... "Papier") erwartet er von der Apothekerin, dass sie sofort die besten 200.000 Suchvorschläge auflistet, welches Mittelchen gemeint ist und verlässt dann schockiert die Apotheke, nachdem sie es nicht findet. Während des Artikels kommen dann die üblichen Kommentare wie "von der Pharmaindustrie gesponsert", "hinter dem Tresen bis zur Decke mit den blauen Kartons von Orthomol immun vollgestopft" (obwohl sein Nahrungsergänzungsmittel auf den gleichen orthomolekularen Prinzipien beruhte) und "Ausbildung am Patienten vorbei". Zumindest der letzte Kommentar lässt allerdings aufhorchen. Zufälligerweise trifft man in der Approbationsordnung nämlich tatsächlich keine Vorlesung über "Wie spiele ich Google" o.ä.

Wollte man nun dieses Beratungsgespräch des Autors auf eine andere Berufsgruppe übertragen, müsste man z.B. mit seinem Auto in die Werkstatt fahren und sagen "Hallo, mein Auto ist kaputt". Auf die Frage des Kfz-Mechanikers, was denn kaputt sei, würde man dann antworten: "Na kaputt halt!". Konsequent müsste man dann noch empört von Dannen ziehen, wenn der Herr Mechaniker, dann auch noch das Analysegerät auspackt und berichtet, dass das Gerät nichts anzeigt. Brauchen wir denn Kfz-Mechaniker überhaupt noch? Die eigentliche Arbeit macht anscheinend das Analysegerät. Ersatzteile bestellt man sowieso am besten beim online-Marktplatz seines Vertrauens.

Oder stellen sie sich doch mal vor, sie haben einen Termin bei Ihrem Anwalt. In seinem Büro erzählen Sie ihm, dass Sie ein Problem mit Steuern haben. Auf die Frage des Anwaltes, was für ein Steuerproblem es denn sei, antwortet man: "Naja, irgendwas mit Einkommenssteuer". Als der törichte Anwalt, dann auch noch das Gesetzbuch auspackt, um sich vorzubereiten, stürmt man dann entsetzt aus der Kanzlei. Warum man Anwälte nach der Epoche der Aufklärung und während der Epoche von Suchmaschinen noch braucht scheint sowieso ein Menschheitsrätsel zu sein. Immerhin findet man jedes Gesetz auch im Internet.

Also ersetzen wir einfach jede Profession in Deutschland, von der wir keine Ahnung haben, durch ein Konstrukt aus gefährlichem Halbwissen, das wir über sie haben und ein bisschen Suchmaschinenkultur. Dass man Schwangeren, dann auch mal einen Folsäureantagonisten, anstatt Folsäure gibt, oder Arnika-Urtinktur zur innerlichen Anwendung kann ja dann auch nicht so tragisch sein. Dass man sich wundert, warum die Zäpfchen so bitter schmecken und der kleine Tristan auf einmal rote Mäuse nach Verwendung eines Pflasters gegen Reiseübelkeit sieht, wird man ja auch früher oder später im Internet finden können. Die Frage ist nur, ob früher oder später.

Sascha Manier

Nachwort zum Sonntag


Nachwort zum Sonntag - Karikatur
Stefanie Bus

Placebo- Tabletten neuer OTC- Kassenschlager


Die Firma Sat.Pharm hat mit einem neuen Placebo- Produkt einen Kassenschlager erzielt. Die Tablette, die aus Laktose mit einem integrierten FST- Komplex besteht, soll laut Hersteller beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend und tonisierend wirken, sowie bei Bluthochdruck, Herzschwäche, beschleunigtem Puls, Arteriosklerose, Ödeme, Fieber, Verdauungsschwäche, Verstopfung, Magenschwäche, Bauchspeicheldrüsenschwäche, Diabetes (leichte Formen), Gallenschwäche, Nervenschwäche, Kopfschmerzen, Schwindel, chronische Arthrosen, rheumatischer Arthritis, Gelenkentzündung, Wechseljahrsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Gebärmutterschmerzen, Gebärmutterblutungen, Gebärmuttergeschwülste, Weissfluss, Epilepsie, Heuschnupfen, Krampfadern, Ekzeme, Geschwüre, Eitrige Wunden und Krebs (therapiebegleitend) helfen.

Apotheker sind derzeit noch ratlos, wie mit dem Phänomen umgegangen werden soll, da die Patienten auch nach einer ausführlichen Beratung das neue Medikament anwenden wollen und auf die gute Wirksamkeit bestehen. Ersten Felduntersuchungen zufolge zeigen die Patienten zumindest eine starke Adhärenz bei der Therapie.

Sascha Manier

Gaiopathie, die wirklich wahre Alternative


Viele Apotheker, Mediziner und Wissenschaftler streiten sich seit geraumer Zeit, ob und wie alternative Arzneimittel wirken. Der Schubladenzieher zeigt Ihnen dabei, wie Sie diese Zeit viel sinnvoller nutzen können.

Dem Autorenteam des Schubladenziehers liegen nämlich die Tagebücher des Seefahrers Robert Damper vor, der schon lange vor Samuel Hahnemann und Rudolf Steiner wusste, wie man erkrankte Menschen erfolgreich behandelt. Im 18. Jahrhundert reiste Damper durch Südamerika, Asien und Australien. Dabei machte er eine erstaunliche Entdeckung: Die Kontinente die er besuchte zeigten ganz andere Klimaverhältnisse als er es von Europa gewohnt war.

Robert Damper
Robert Damper (r.) wird gerne mit dem berühmten Seefahrer William Dampier (l.) verwechselt

Gleichzeitig stellte er fest, dass die Zusammensetzung des Bodens wesentlich von der Europas abwich. Damper postulierte daraufhin eine Energie des Bodens (den Gaia- Charakter), die das Klima darüber beeinflusste und somit Regenwälder und Wüsten schuf. Damper merkte durch einen Selbstversuch, dass es möglich sein kann, mit der Energie des Bodens Missstände in der menschlichen Gesundheit zu kompensieren. Nachdem er bei einer Expedition durch Südamerika an Fieber erkrankte, bekam er von Eingeborenen der Hochländer eine Frucht, die unter der Erde wuchs. Wochen nach dem regelmäßigen Verzehr der Frucht wich sein Fieber. Es schien, als konnte die Frucht die Energie des kalten Bodens aufnehmen und ihn somit heilen. Er machte sich in den darauffolgenden Monaten daran, diese Energie direkt aus dem Boden zu extrahieren, um die Therapie noch effektiver zu gestalten. Erfolgreich wurde er mit einem Verfahren, dass er "Deferrieren" nannte. Dabei bereitete er einen Dekokt der Erde vor und lagerte diesen genau 33 cm unterhalb der Erdoberfläche. Während dieser Zeit von 2x 3 Tagen konnte sich die Energie des Bodens ausreichend entfalten. Damper nannte seine Medizin, welche die Kraft der Natur zur Heilung von Krankheiten nutzte, "Gaiopathie" und behandelte mit diesen Arzneimitteln erfolgreich die Leiden seiner Seefahrerkameraden. So verwendete er bei Durchfall die Schwingungen des trockenen Bodens Australiens oder bei Fieber den kühlen Geist der Anden. Leider verschwand Damper bei einer Reise nach Südasien, bevor er seine neue Medizin in Europa bekannt machen konnte. Der Nachlass tauchte allerdings erst vor kurzem auf und wurde unserer Redaktion in die Hände gespielt, um die Welt von dieser natürlichen Alternative zu berichten.

Hat Sie diese Form der Alternativmedizin fasziniert, dann bestellen Sie noch heute Ihr Do-it-yourself Set und bauen Sie sich Ihre eigene Mythologie zu alternativen Arzneimitteln. Hören Sie auf zu streiten, seien Sie lieber selbst kreativ! Begeistern Sie ihr Umfeld mit der Macht einer guten Geschichte! Das Set können Sie unter internet@bphd.de im Tausch gegen einen ziemlich schlechten Witz erwerben.

Sascha Manier

Pharmaziestudenten zu wenig kompetent


Die Regierung hat vor kurzem beschlossen, dass Pharmaziestudenten wegen mangelnder Kompetenz und gefährlichem Halbwissen abgeschafft werden. Grund hierfür seien viel zu viele historische Inhalte im Studium, die dem Patienten nicht weiterhelfen. Diese Inhalte seien auch kurz nach dem Studium kaum noch vorhanden. Das Stichwort hier ist das sogenannte "Bulimielernen", das wegen der wenigen Zeit dem Studenten keine Zeit lässt, das Erlernte zu verinnerlichen. Als Alternativplan gab ein Regierungssprecher bekannt, dass die Arzneimittelversorgung zukünftig über sogenannte "Arzneimittelexperten" laufen soll. Diese sollen von der Stiftung Warentest ausgebildet werden.

Sascha Manier

Das Bild zum Mittwoch


Das Bild zum Mittwoch- Karikatur
Stefanie Bus

Ein merkwürdiges Wesen


Yeti Kryptozoologie beschreibt die Wissenschaft von der Auffindung bisher unbekannter Spezies. Bekannteste Beispiele dieser Art waren bisher der Yeti oder das Monster von Loch Ness. Solche Kreaturen wurden bisher nur in abgelegenen oder für den Menschen nur schwer einsehbaren Bereichen der Erde vermutet. Doch nun werden Berichte lauter von einer unbekannten Spezies, die sich mitten unter uns befinden soll, genauer noch: Sie soll regelmäßig in Apotheken zu sehen sein. Vielen Apothekern treibt dies natürlich den Schweiß auf die Stirn. Was soll diese neue Spezies sein und was will sie von uns?

Ein Biologe der Universität in Heidelberg gab dieser Spezies den vorläufigen Namen Patiens medicamentum. Es handelt sich dabei um eine temporäre Erscheinungsform des Homo sapiens sapiens, einem höheren Säugetier aus der Gattung der Primaten. Der Patiens medicamentum bedarf intensiver Aufmerksamkeit und Hilfe bei der Bewältigung seiner Arzneimitteltherapie, die oftmals von vielen verschiedenen Ärzten gleichzeitig verschriebene Medikamente beinhaltet. Diese Medikamente zeigen oft Wechselwirkungen und Unverträglichkeiten, die es dem Patienten sehr schwer machen können, ihre Therapie beizubehalten.

Während Ärzte noch der Meinung sind, dass diese Intensive Hilfestellung durch Computerprogramme o.ä. gehandhabt werden könne, stellte sich heraus, dass die Entwicklung vom Homo sapiens sapiens zum Patiens medicamentum erst mit der Versorgung mit Arzneimitteln aus der Apotheke beginnt.
Experten sind sich noch unsicher wie mit dieser neu entdeckten Spezies umgegangen werden soll. Derzeit laufen noch Diskussionen wer für die Hilfestellungen zuständig sein soll, die dringend benötigt wird. Weitere Entwicklungen sind abzuwarten.

Sascha Manier

Früher war doch alles besser


Hildegard von Bingen Wissenschaftler der Universität in Meißen haben vor kurzem festgestellt, dass früher die Welt noch in Ordnung war. Erst die neumodische Pharmazie mit ihrer Chemie schaffte viele Probleme, die uns heutzutage Kopfschmerzen bereiten. Früher konnte man noch beruhigt alt werden, ohne sich Gedanken über seine Rente machen zu müssen. Das Alter dafür hat man nämlich meistens eh nicht erreicht. Der nervige Balg von nebenan war auch nicht lange ein Problem, meistens ist er nämlich an Diphtherie gestorben oder war wegen Polio ruhig gestellt. Prof. Bingen von der Universität in Meißen hierzu: "Früher musste man sich einfach weniger Gedanken machen, seien es hässliche Stirnfalten, Orangenhaut oder die Pflegesituation im hohen Alter. Wo die Natur nicht helfen konnte, haben damalige Arzneimittel ihr Bestes gegeben". So wurden z.B. noch gute alte Quecksilbersalben angewendet, um sicherzustellen, dass der an Syphilis erkrankte Patient auf keinen Fall zu irgendeinem demographischen Wandel in Richtung älter werdende Gesellschaft beiträgt. Leichtgläubigen Patienten wurden einfach irgendwelche Zuckerkugeln aufgedrückt, um zumindest den Eindruck einer Therapie zu vermitteln.

Dr. Ita Wegmann von der Universität in Moseley (Birmingham) berichtet außerdem, dass im Mittelalter auch lästige Schwindelgefühle, Blutdruckprobleme oder Übelkeit nach Operationen gar kein Problem waren. Eine richtige Anästhesie hatte man sich nämlich einfach gespart. Dafür bekam man eine Flasche Hochprozentiges in die Hand gedrückt und die konnte man dann im Zweifelsfall für etwaige Komplikationen verantwortlich machen. Fragen Sie doch heute mal bei Ihrem Zahnarzt nach einem guten Schnaps anstatt dieser nervigen Spritze.

Wir können sicherlich noch einiges von den Arzneimitteln damaliger Zeit lernen. Immerhin hatte man auch ohne Hygiene und Impfstoffe irgendwie überlebt. Wurde man doch mal krank gab es für alles ein Mittelchen und mit ein bisschen Glück war man auch nicht der Erste an dem es ausprobiert wurde. Wer auf "altbewährten" Arzneimittel setzt, der weiß, dass er die Pharmazie der heutigen Zeit sicher nicht braucht. Außerdem ist die auch nicht so toll mystisch und leider auch viel zu effektiv.

Sascha Manier

Die neue Kolumbus- Pharmazie


Wer sagt eigentlich dass Arzneimittel, die für eine bestimmte Indikation zugelassen sind, auch nur bei der angegebenen Indikation helfen? Diese Frage hat sich auch folgender Artikel von spiegel- online gestellt. Dabei wurde versucht Arzneimittel zu bewerten, die Symptome von Erkältungen lindern sollen. Bewertet wurde jedoch die Wirkung in Bezug auf den gesamten grippalen Infekt. So wurde beispielsweise festgestellt, dass ein bekanntes pflanzliches Sekretolytikum gegen Sinusitis nicht gegen Virusinfekte der oberen Atemwege hilft. Oder hätten Sie gedacht, dass Koffein bei einem grippalen Effekt gar nicht gegen Viren hilft? Millionen von deutschen Bürgern, trinken morgens ihre Tasse Virusprophylaxe zum Frühstück im guten Glauben etwas für ihre Gesundheit zu tun. Und nun stellt sich heraus, dass dies nur eine dreiste Lüge der Pharmaindustrie war. Zudem bewirken Echinacea- Extrakte keine Prophylaxe von grippalen Effekten... auch wenn das eigentlich gar nicht Thema der Bewertung war.
Tabletten
Aber vielleicht sehen wir als angehende Apotheker die Dinge auch ein wenig zu eng. Vielleicht sollte man sich einfach von den alten Lehrbuchmeinungen losreißen und mal wild drauf los testen. Aus diesem Grund haben wir den Arzneimittelexperten Karl Schnütel, gelernter Physiotherapeut mit Seepferdchen, Arzneimittel in einem völlig anderen Kontext bewerten lassen. Darunter gehörten auch Digitalis- Präparate als Einschlafhilfe, Diuretika gegen Gastritis und Nichtsteroidale Antirheumatika zur Prophylaxe von Schmerzen.

Das überraschende Ergebnis: Keines der Präparate zeigte einen Effekt auf die völlig neue Indikation. Die Probanden zeigten unter Behandlung von Diuretika einen gegenteiligen Effekt auf ihre Gastritis. Während sie täglich übermäßig häufig auf die Toilette mussten, waren sie nach einer Woche so genervt, dass sich ihre Gastritis signifikant verschlechterte. Zudem wurde von gravierenden Nebenwirkungen wie nächtlichem Harndrang und leichtem Schwindelgefühl berichtet. Auch die Zeitschrift "Revue- Gala der Frau" bewertete dieses Arzneimittel als nicht sinnvoll: "Vor allem das Packungsdesign und der bittere Geschmack des getesteten Arzneimittels haben vorrangig unser Urteil bestimmt. Am gravierendsten war jedoch der hohe Anteil an Milchzucker in den Tabletten. Dieser lässt jede Bikinifigur in weite Ferne rücken und ist aus Sicht unserer Sommerdiät nicht empfehlenswert".

Auch die anderen Arzneimittel zeigten enttäuschende Resultate. Während nach Einnahme von etwa 8g Acetylsalicylsäure zu Prophylaxe eines Schmerzreizes durch einen Hammer auf die hintere Handfläche keine Wirkung zeigte, klagten die Probanden jedoch über einen penetranten Tinnitus und eine erhöhte Atemfrequenz. Karl Schnütel hierzu: "Der Effekt auf die Prophylaxe von Schmerzen ist praktisch nicht vorhanden. In neuen Studien sollten wir uns darauf konzentrieren das Arzneimittel direkt auf die betroffene Stelle aufzutragen". Einzig das Digitalis- Präparat zeigte in höheren Dosierungen einen günstigen Effekt auf die Schlafqualität. Manche Probanden schliefen sogar so gut, dass wir sie nur mit viel Mühe und etwas Adrenalin wieder zum Aufstehen bewegen konnten.

Sascha Manier

Komissionierautomaten ersetzen immer häufiger Apotheker


Bettler

Viele Apotheker werden durch den immer häufigeren Einsatz von Komissionierautomaten arbeitslos. Dabei handelt es sich um Gerätschaften, die selbstständig auf Bestellung Arzneimittel aus dem Sortiment entnehmen und in einer Ausgabe bereit legen. Eine betroffene Apothekerin meinte dazu:

"Ich habe nun in meiner Apotheke seit 20 Jahren die Schubladen bedient und war unersetzlich. Doch da nun diese neuen Automaten auftauchen, ist mein Beruf nutzlos geworden. Mir fehlt einfach eine Aufgabe in meinem Leben."

Aus Verzweiflung schulen viele Apotheker um und räumen in Supermarktketten Regale ein. Derzeit wird außerdem geprüft, ob man die Medikamentenausgabe nicht auch in Form von Zigarettenautomaten organisieren könnte. Ein Sprecher der Regierung meinte, dass dadurch die Kosten für das Gesundheitssystem um ein Vielfaches gesenkt werden könnten.

Sascha Manier

Wer alte Arzneimittel wegwirft verpasst das Beste!


Ein geduldige Reifung und die Bildung eines einzigartigen Aromas, das ist das Geheimnis eines guten Käses. Das wusste auch der Autor dieses Artikels auf spiegel-online. Vor allem der Ort der Lagerung und die verwendete Milch tragen zum Geschmack des Käses bei. Aber wieso sollte das bei einem Arzneimittel anders sein? Eine Creme ist immerhin genauso weiß wie die Milch aus der der Käse gewonnen wird. Wer sagt, dass die lange Reifung eines Medikamentes im Badschrank nicht auch zu einer Verbesserung beiträgt? Sollte sich doch einmal Schimmel bilden oder sich das Produkt merkwürdig verfärben sollte man hier nicht sofort an einen Misserfolg denken. Ich verweise vor allem an meinen Lieblingskäse: Den Gorgonzola. Man könnte sich vielleicht von der blauen Farbe des Schimmelpilzes verwirren lassen, aber nur der mutige Gourmet wird belohnt!

Gleiches gilt natürlich auch für Pulver und Tabletten. Erst bei der Gärung entstehen hier die wichtigen gesunden Inhaltsstoffe. Diesen Prozess kann man auch wunderbar selbst verfolgen. Tragen Sie doch mal eine gelöste Probe Ascorbinsäure auf eine DC- Platte auf, die Sie 2 Wochen lang in der prallen Sonne auf der Fensterbank haben stehen lassen. Sie können nach der Entwicklung der DC- Platte die Reifung an der fleißigen Zersetzung direkt erkennen.

Es lohnt sich auch einen eigenen Keller einzurichten, in dem man Arzneimittel sachgerecht lagert. Man sollte vor allen Dingen auf die richtige Luftfeuchtigkeit und eine konstante Temperatur achten. Da man über das Jahr sowieso viele Medikamente verschrieben bekommt, die man nicht alle aufbraucht sammeln sich auch schnell viele Schätze an.

Den Reifegrad einer gut gelagerten Salbe oder Creme kann man übrigens durch den Klopftest prüfen. Trennen Sie hierzu die Masse aus dem Gefäß und klopfen Sie mit einem Messer auf den Boden. Klingt das Klopfen hohl, können Sie sich sicher sein, dass Sie das Beste an einem Arzneimittel nicht verpassen werden.

Sascha Manier

Pharmazie mal einfach einfach


Unglaubliches hat der Stern kürzlich in diesem Artikel aufgedeckt: Alle Arzneimittelkombinationen sind zu kompliziert! Um dem entgegenzuwirken wurden Fertigpräparate analysiert und erschreckende Ergebnisse ans Licht gebracht. Anscheinend haben Apotheker seit Jahrzehnten dem Irrglauben aufgesessen, dass viel viel helfe. Gottseidank gibt es Journalisten, die mit uns dabei helfen diesen Denkfehler zu bereinigen.

Dabei werden total unnötige Kombinationen angesprochen. So kann man sich über die Kombination von mehreren NSAIDs unterhalb der maximalen Dosisrichtlinie noch streiten. Richtig gefährlich scheint es jedoch zu werden, wenn mit der neuen Designerdroge 1,3,7-Trimethylxanthin gepanscht wird. In Insiderkreisen wird dieser Stoff auch "Koffein" genannt. Gefunden wird dieses hochpotente Suchtmittel vor allem in Schmerzmitteln, damit Pharmafirmen ihre Kunden anfixen können. Ist der Patient einmal in die Koffeinfalle getappt klingeln die Kassen beim Hersteller. Schrecklich auch die Bilder der Koffeinjunkies in sogenannten "Cafés" oder sogar schamlos in der Öffentlichkeit mit einem Pappbecher in der Hand.

Auch der orale Einsatz von Pseudoephedrin in einem Erkältungspulver ist hochgefährlich. Denn mal unter uns: Was den Präfix "Pseudo-" trägt kann ja nur schlecht sein. Viel empfehlenswerter ist hierbei die Anwendung von Xylometazolin in Nasensprays. Das ist zwar von der Wirkung her genau das Gleiche, aber Xylometazin wird als Nasenspray geschnupft. Und Schnupfen ist natürlich viel gesünder als Schlucken. Oder haben Sie schon mal einen reichen Manager Cocain essen gesehen?

Was sich allerdings der Hersteller eines berühmten Erkaltungssyrupes für die Nacht gedacht hat übertrifft jede Fantasie. Er hat einen Arzneistoff verwendet, der müde macht. Wie soll man sich denn abends in seinem Bett auf seine Erkältung konzentrieren können, wenn das Medikament, dass man einnimmt einem die Konzentration raubt und dazu auch noch schläfrig macht? Dazu kommt, dass der Hersteller auch noch schamlos mit seinem Alkohol prahlt, der enthalten ist. Wie soll man den ruhigen Gewissens seine erkälteten Kinder abfüllen, wenn der Alkohol auch noch deklariert ist?

Wenn Sie jetzt noch nicht genug haben, sollten Sie sich überzeugen, warum Bromhexin als Prodrug total unnötig ist (Prodrugs sind kompliziert!) , Calcium im Blut schlecht ist (Gefahr von Osteoporoseprophylaxe!) oder dass Laxantien grundsätzlich vollständig aufgebraucht werden sollten.

Sascha Manier